Warum dich niemand retten kann – und warum das die beste Nachricht deines Lebens ist

Du sitzt da, fühlst dich machtlos, und wartest.
Wartest auf den Coach, der dich endlich „heilt“. Auf den Partner, der dich versteht. Auf die Umstände, die sich ändern. Vielleicht auf den Job, der dich erfüllt. Oder auf die Freundin, die endlich anruft.
Und nichts passiert.
Weißt du warum? Weil du nach einem Retter im Außen suchst – und den gibt es nicht. Das ist schmerzhaft zu hören, ich weiß. Aber es ist auch die befreiendste Wahrheit, die du je erfahren wirst.
In welchem Abhängigkeitsmuster steckst du?
Finde in 7 Minuten heraus, wo du noch unbewusste Erwartungen an andere hast
📌 Schnellantwort:
Niemand kann dich retten, weil die Außenwelt ein Spiegel deiner Innenwelt ist. Die Rettung muss in dir geschehen. Bedürftigkeit entsteht durch unbewusste Erwartungen an andere. Der Weg in deine Kraft führt über Eigenverantwortung und das Verstehen deines Nervensystems.
📖 Inhaltsverzeichnis
Das Bedürftigkeits-Paradox: Warum Menschen auf Abstand gehen
Was Bedürftigkeit wirklich bedeutet
Bedürftigkeit bedeutet nicht, dass du Bedürfnisse hast. Das haben wir alle. Bedürftigkeit bedeutet, dass du erwartest, dass andere Menschen deine Bedürfnisse erfüllen.
Lass das mal sacken.
Du bist nicht bedürftig, weil du Liebe brauchst. Du bist bedürftig, weil du unbewusst von deinem Partner erwartest, diese Liebe zu geben. Du bist nicht bedürftig, weil du Verständnis suchst. Du bist bedürftig, weil du von deiner besten Freundin erwartest, dass sie dich versteht.
Kinder sind naturgemäß bedürftig. Sie sind auf Erwachsene angewiesen. Sie können noch nicht für sich selbst sorgen. Das ist völlig in Ordnung – sie sind Kinder. Aber als Erwachsene sollten wir in der Lage sein, unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Sollten…
Die meisten von uns haben das nie gelernt. Wir sind in einer Welt aufgewachsen, in der wir uns anpassen mussten, funktionieren sollten, und wo unsere echten Bedürfnisse oft ignoriert wurden. Also haben wir gelernt, sie zu verstecken oder noch schlimmer: Wir haben gelernt, dass andere Menschen für unsere Erfüllung zuständig sind.

Und genau hier entsteht das Problem.
Der blinde Fleck der Bedürftigkeit
Das Tückische an Bedürftigkeit ist, dass du es selbst nicht merkst.
Du nennst sie „Sehnsucht nach Veränderung“. Du nennst sie „Hoffnung auf Besserung“. Du nennst sie „Erwartung, dass es endlich anders wird“. Aber du nennst sie nicht beim Namen: Bedürftigkeit.
Es ist wie ein blinder Fleck. Bestimmte Themen kommen aus dem Mangel heraus, und du merkst gar nicht, dass du im Mangel bist. Und dann – schwups – hattest du doch Erwartungen an andere, die wurden nicht erfüllt und du bist enttäuscht.
Menschen spüren Bedürftigkeit instinktiv, auch wenn sie nicht bewusst wahrnehmen, was da passiert. Es ist eine energetische Dynamik. Wenn jemand von dir erwartet, dass du etwas für ihn tust, fühlst oder gibst – ohne dass es ausgesprochen wird – spürst du das. Es fühlt sich an wie ein unsichtbarer Sog. Wie eine Forderung ohne Worte.
Und was machst du? Du gehst auf Abstand aus Selbstschutz.
Das ist nicht böse oder egoistisch. Das ist menschlich, denn niemand will zum Erfüllungsgehilfen der Bedürfnisse eines anderen werden. Niemand will die Verantwortung für das Glück eines anderen tragen.
Je bedürftiger du bist, desto einsamer wirst du. Nicht weil die Menschen gemein sind, sondern weil sie sich vor deiner unbewussten Erwartungshaltung schützen.
Stell dir vor, du triffst jemanden, und schon in den ersten Minuten spürst du: Diese Person will etwas von dir. Sie will Bestätigung oder Anerkennung oder Rettung. Du kannst es nicht greifen, aber du fühlst es. Und dann ziehst du dich zurück. Nicht aus Kalkül, sondern intuitiv.
Genau das passiert, wenn du bedürftig bist. Du sendest aus: „Bitte erfülle meine Bedürfnisse.“ Und die Welt antwortet: „Nein, danke.“
Die Wissenschaft hinter deiner Rettungs-Fantasie: Gerald Hüthers Kohärenz-Prinzip
Jetzt wird es wissenschaftlich. Aber keine Angst 🙂
Der Neurobiologe Gerald Hüther hat etwas Faszinierendes über unser Gehirn herausgefunden. Alle lebenden Systeme – und dein Gehirn ist eines – streben einen Zustand an, in dem alles passt. Dieser Zustand heißt Kohärenz. Es ist der Zustand, in dem alles so richtig gut zusammenpasst: hinten und vorne, rechts und links, das Denken, das Fühlen und das Handeln.
Wenn alles kohärent ist, verbraucht dein System die wenigste Energie. Es geht ums Energiesparen. Dein Gehirn will nicht hart arbeiten – es will, dass die Dinge fließen.

Aber – und jetzt kommt der Clou – das Leben ist nie dauerhaft kohärent. Es gibt keinen Zustand, wo alles für immer passt. Solange du lebst, wirst du immer wieder in inkohärente Zustände geraten. Inkohärenz bedeutet: Etwas passt nicht. Du fühlst dich unwohl. Gestresst. Verloren. Es kostet dich Energie.
Hüther erzählt ein wunderbares Beispiel aus seinem eigenen Leben. Er kann in fremden Hotelbetten nicht schlafen. Eine durchwachte Nacht, voller Sorgen über die Klimakrise, das Artensterben, die Probleme der Welt. Ein inkohärenter Zustand. Totale innere Unruhe.
Und dann? Singt er ein Lied: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar.“
Und folgendes passiert. Plötzlich ist die Anspannung weg. Der inkohärente Zustand wurde durch eine Lösung in einen kohärenten verwandelt. Er verbraucht jetzt weniger Energie, und diese freigewordene Energie aktiviert im Mittelhirn das sogenannte Belohnungszentrum. Botenstoffe werden freigesetzt – Endorphine, Dopamin – und sorgen dafür, dass er sich besser fühlt.
Aber – und das ist entscheidend – diese Botenstoffe machen nicht einfach nur glücklich. Sie sorgen dafür, dass die Nervenbahnen, die er gerade benutzt hat (das Singen, die Lösung), verankert werden. Hüther vergisst dieses Lied nie wieder. Immer wenn es Mist ist, singt er es. Und immer bringt es ihn aus der Inkohärenz zurück in die Kohärenz.
Was das mit deiner Rettungs-Fantasie zu tun hat
Hier wird es spannend.
Das Leben geht nicht darum, glücklich zu sein, indem du alles hast, was du dir wünschst. Das Leben geht darum, jemand zu werden, der immer in der Lage ist, einen Zustand wiederherzustellen, in dem er etwas besser mit sich selbst und der Welt im Reinen ist.
Das nennt Hüther Kohärenzwiederherstellungskompetenzgefühl. Wahnsinniger Begriff, oder? Aber er bedeutet nichts anderes als: „Danke, Problem, dass du gekommen bist. Auch mit dir werde ich jetzt fertig.“
„Danke, Problem, dass du gekommen bist – auch mit dir werde ich jetzt fertig.“ – Gerald Hüther
Und jetzt die Bombe: Du kannst dieses Gefühl nur entwickeln, wenn du genug Probleme hast. Wie sollst du jemals lernen, Kohärenz wiederherzustellen, wenn es keine Inkohärenz gibt?
Du brauchst Probleme. Du brauchst Krisen. Du brauchst diese Momente, wo nichts passt – damit du lernst, es wieder passend zu machen.
Und hier kommt der Zusammenhang zum Thema Retter-Mentalität: Wenn du ständig nach einem Retter im Außen suchst, verhinderst du genau diese Kohärenzwiederherstellungskompetenz. Du lernst nie, selbst die Lösung zu finden. Du delegierst deine Probleme an andere. Und wirst immer abhängiger.
Der Retter raubt dir deine Fähigkeit, selbst stark zu werden.
Der größte Irrtum: Es gibt keinen Retter im Außen
Jetzt kommt die spirituelle Ebene – die, die du vielleicht schon ahnst.
Die Außenwelt als Spiegel deiner Innenwelt
Es gibt ein spirituelles Gesetz, das vielen Menschen nicht bewusst ist: Die Außenwelt ist eine Projektionsfläche deiner Innenwelt. Was du im Außen siehst, spürt und erlebst, ist ein Spiegel dessen, was in dir ist.
Das klingt erstmal verrückt. „Moment mal, Madlen. Willst du mir sagen, dass ich mir die Probleme im Außen einbilde?“ Nein. Ich sage: Was dich im Außen triggert, zeigt dir, wo du innen noch einen Mangel trägst.
Wenn du im Außen nach einem verständnisvollen Partner suchst, fehlt dir innen Selbstverständnis. Wenn du von anderen erwartest, dass sie dich wertschätzen, hast du selbst noch keine Wertschätzung für dich entwickelt. Wenn du darauf wartest, dass jemand dir die Erlaubnis gibt, dein Leben zu leben – dann hast du dir selbst diese Erlaubnis noch nicht gegeben.

Kurt Tepperwein, ein bekannter spiritueller Lehrer, sagt es ungefähr so: „Das Leben im Außen ist ein Spiegel meines So-Seins. Und ich muss das So-Sein ändern, damit ich im Außen einen anderen Film sehe.“
Lies das nochmal.
Du kannst die Außenwelt nicht ändern, indem du die Außenwelt änderst. Du änderst die Außenwelt, indem du dein Inneres änderst. Das ist keine Esoterik – das ist Quantenphysik. Das ist Bewusstsein. Das ist die Art, wie Realität funktioniert. (Ich erkläre das genauer in meiner kostenlosen Vortragsreihe).
Und das bedeutet, dass es keinen Retter im Außen gibt, weil die Rettung nur in dir geschehen kann. Niemand kann dich retten. Niemand kann deine innere Leere füllen. Niemand kann dir geben, was du dir selbst nicht gibst.
Warum Coaches keine Retter sein sollten
Und jetzt wird es kontrovers.
Die meisten Coaches – nicht alle, aber viele – verkaufen dir genau diese Retter-Fantasie. „Ich heile dich.“ „Ich befreie dich von deinen Blockaden.“ „Mit meiner Methode wird alles gut.“ Kennst du diese Versprechen?
Sie verkaufen sich bestens, weil wir alle insgeheim nach einem Retter im Außen suchen. Weil es bequemer ist zu glauben, dass jemand anderes die Lösung hat und weil Eigenverantwortung anstrengend klingt.
Aber hier ist die unbequeme Wahrheit: Jeder Coach, der verspricht, dich zu retten, hält dich genau in der Abhängigkeit, aus der du eigentlich raus willst.
Die besten Coaches sind die, die dich in deine eigene Eigenverantwortung bringen. Die dir zeigen, dass du selbst die Lösung bist. Die dich nicht abhängig machen von ihren Methoden und ihren Heilversprechen, sondern die dich lehren, dich selbst zu heilen.
Hilfe im Außen sollte immer Hilfe zur Selbsthilfe sein. Das Ziel ist nicht, dass du für immer auf den Coach angewiesen bist. Das Ziel ist, dass du lernst, selbst die Kohärenz wiederherzustellen. Selbst die Lösungen zu finden. Selbst dein Leben zu gestalten.
Als Wegbegleiterin der Zeitenwende ist meine Mission nicht, dich zu retten. Meine Mission ist, dich zurück zu dir selbst zu bringen. Nicht zu mir.
Erwartungen – die unsichtbaren Fesseln deiner Freiheit
Kommen wir zum Kern des Problems: Erwartungen.
Wie unbewusste Erwartungen entstehen
Gerald Hüther erzählt in einem seiner Vorträge ein Beispiel, das mich zutiefst berührt hat. Es zeigt, wie Erwartungen entstehen – und wie sie uns von unserer Empathie trennen.
Ein Vater geht mit seinem kleinen Sohn durch Berlin. Sie kommen an einer Kirche vorbei, auf deren Stufen ein Bettler sitzt. Der Junge bleibt stehen. Er schaut den Bettler an. Dann schaut er seinen Vater an. Er spürt etwas – eine Unruhe, ein Mitgefühl. Er erwartet von seinem Papa eine Hilfestellung. Was soll er tun?
Aber der Vater? Er schaut woanders hin. Er zieht seinen Sohn weiter. Schweigend.
Um die Ecke beugt sich der Vater dann runter und erklärt seinem kleinen Sohn, warum sie dem Bettler nichts gegeben haben. Eine kognitive Erklärung. Logisch. Rational. Vernünftig.
Und was passiert mit dem Kind? Es bekommt für eine empathische Regung eine kognitive Erklärung. Sein Gefühl wird überlagert. Sein Mitgefühl wird wegerklärt.
Hüther sagt: „Wenn man das in der Kindheit schon so gelernt hat und später im Leben einem das ständig vorgeführt wird – jeden Abend im Fernsehen, statt der empathischen Reaktion eine kognitive Erklärung – dann geht einem die Empathie am Arsch vorbei.“
Starke Worte. Aber wahr.

Was dieses Kind lernt, ist nicht Mitgefühl. Es lernt Erwartungen. Es lernt: „Man soll sich so verhalten.“ „Man tut das nicht.“ „Man muss…“ All diese unbewussten Erwartungen entstehen genau hier.
Wir alle sind durch diese Schule gegangen. Wir haben gelernt, unsere Gefühle zu unterdrücken und stattdessen Erwartungen an andere zu haben. „Sie müsste doch…“ „Er sollte doch…“ „Man kann doch nicht…“ Dadurch, dass wir alle durch diese Phase in der Kindheit gegangen sind, in der wir uns vor allem anpassen mussten, erwarten wir unbewusst nun auch dieses Anpassungsverhalten (was in der Gesellschaft als „normal“ gilt) von anderen.
Und diese Erwartungen? Sie sind die unsichtbaren Fesseln deiner Freiheit.
Denn solange du Erwartungen hast, bist du nicht frei. Du bist abhängig davon, dass andere sich so verhalten, wie du es dir vorstellst. Du gibst deine Macht ab – an Menschen, die nie die Verantwortung für dein Glück übernehmen wollten.
Das Enttäuschungs-Paradox
Jetzt wird es interessant. Kennst du die Etymologie des Wortes „Enttäuschung“?
Ent-Täuschung.
Es bedeutet, dass eine Täuschung weggenommen wurde. Nicht der andere hat dich enttäuscht. Du hast dich selbst getäuscht.
Du warst derjenige, der sich getäuscht hat. Du hast geglaubt, du könntest Erwartungen an andere haben. Du hast geglaubt, du könntest Verantwortung an andere abgeben. Du hast geglaubt, jemand anderes könnte dich glücklich machen. Doch die Realität zeigt dir: Das funktioniert nicht.
Die Erwartung wurde nicht erfüllt und du bist enttäuscht. Aber eigentlich solltest du dankbar sein, denn diese Enttäuschung zeigt dir: Du hast der falschen Annahme geglaubt. Die Täuschung wurde aufgedeckt.
Enttäuschung ist keine Katastrophe. Enttäuschung ist eine Chance zur Erkenntnis.
Von der Bedürftigkeit zur Eigenverantwortung: Der Weg in deine Macht
Kommen wir zum praktischen Teil. Wie kommst du von der Bedürftigkeit in die Eigenverantwortung?
Was Eigenverantwortung WIRKLICH bedeutet
Eigenverantwortung bedeutet nicht: „Ich bin an allem schuld.“
Eigenverantwortung bedeutet: „Ich schaue zuerst bei mir – wo ist mein Anteil an dieser Situation?“
Das ist ein massiver Unterschied.
Viele Menschen verwechseln Eigenverantwortung mit Selbstvorwürfen. Sie denken, wenn sie eigenverantwortlich sind, müssen sie sich die Schuld für alles geben. Nein. Schuld ist ein Konzept, das in die Opferrolle führt. Verantwortung ist ein Konzept, das in die Schöpferkraft führt.
Eigenverantwortung bedeutet auch nicht, dass andere Menschen kein Fehlverhalten haben. Natürlich gibt es Situationen, in denen andere sich daneben benehmen. Aber – und das ist entscheidend – du kannst andere Menschen nicht ändern. Du kannst nur dich selbst ändern.
Also fragst du dich: Was ist mein Anteil? Wo habe ich Erwartungen gehabt? Wo habe ich Verantwortung abgegeben? Wo habe ich nicht für meine Bedürfnisse gesorgt?
Gerald Hüthers Kohärenzwiederherstellungskompetenz ist genau das: die Fähigkeit, in jeder Situation zu sagen: „Okay, das passt gerade nicht. Was kann ich tun, um es wieder passend zu machen?“
Nicht: „Was sollen die anderen tun?“
Sondern: „Was kann ich tun?“
Das ist der Shift. Von Opfer zu Schöpfer.
Bei dir selbst anfangen
Der Weg in die Eigenverantwortung beginnt damit, ganz bei dir selbst anzukommen.
Bei deinem eigenen Wollen. Bei deinen eigenen Visionen. Bei deinem eigenen Selbstausdruck. Bei dem, was du fühlst. Bei dem, wer du wirklich bist. Was spürst du in deinem Körper? Was denkt dein Kopf gerade?
Das haben wir nicht gelernt. Wir haben gelernt, uns anzupassen. Wir haben gelernt, in eine Gesellschaft zu passen, in der wir funktionieren müssen. Wir haben gelernt, unsere Entdeckerfreude und unsere Gestaltungslust zu unterdrücken, bis sie so weit weg waren, dass wir fast wie Rechenmaschinen funktionieren.
„Madlen, das klingt aber anstrengend. Und immer heißt es, dass man bei sich selbst anfangen soll… Kann nicht einfach jemand anders die Lösung haben?“
„Genau das dachte ich auch. Damals als ich noch im Finanzamt gearbeitet habe mit Mitte 20 und einfach nicht weiter wusste und absolut unglücklich war. Ich wartete auf den Retter.“
„Und?“
„Er kam nie. Aber weißt du was? Das war das Beste, was mir passieren konnte. Denn erst als ich aufhörte zu warten, fing ich an zu leben.“
Bei dir selbst anzukommen, bedeutet nicht, dass du perfekt sein musst. Es bedeutet, dass du ehrlich zu dir bist. Dass du spürst, was du wirklich brauchst. Dass du aufhörst, deine Bedürfnisse zu verstecken oder von anderen zu erwarten, dass sie sie erfüllen.
Und wenn du ganz bei dir bist? Dann hörst du den Ruf deiner Seele. Dann weißt du, was deine Aufgabe in diesem Leben ist. Dann lebst du nicht mehr im Funktionsmodus, sondern in deiner Schöpferkraft.
Die 5 Reflexionsfragen für echte Eigenverantwortung
Jetzt gebe ich dir ein Werkzeug an die Hand, das dein Leben verändern kann – wenn du bereit bist, ehrlich zu dir selbst zu sein.
Das nächste Mal, wenn du in einer unangenehmen Situation bist, in der du dich als Opfer fühlst, halte inne. Greif zu deinem Journal. Und stelle dir diese fünf Fragen:
1. Wo habe ich noch Erwartungen an andere?
Sei brutal ehrlich. Wo erwartest du unbewusst, dass jemand anderes sich anders verhält? Dass jemand anderes dir gibt, was du brauchst? Dass jemand anderes für dich sorgt?
Schreib es auf. Auch wenn es wehtut.
2. Wovor drücke ich mich gerade noch?
Oft entstehen Opfergefühle, wenn wir uns vor einer unangenehmen Wahrheit drücken. Vor einer Entscheidung. Vor einem Gespräch. Vor einer Veränderung.
Was ist das bei dir?
3. Wo bin ich noch nicht ehrlich mit mir zu mir?
Welche Wahrheit über dich selbst willst du nicht sehen? Wo belügst du dich? Wo redest du dir etwas schön, von dem du tief innen weißt, dass es nicht stimmt?
Das ist die härteste Frage, aber auch die befreiendste.
4. Wo hoffe ich, dass jemand anderes mir hilft?
Wo wartest du noch darauf, dass jemand kommt und dich rettet? Wo gibst du deine Macht ab, weil du hoffst, jemand anderes könnte es für dich regeln?
Schreib es auf und dann nimm deine Macht zurück.
5. Wo spüre ich noch Mangel in mir?
Mangel ist wie ein blinder Fleck. Du merkst ihn oft nicht, aber er zeigt sich in deinen Erwartungen, in deiner Bedürftigkeit, in deiner Enttäuschung.
Wo fühlst du dich leer? Was fehlt dir? Und – noch wichtiger – wie kannst du dir das selbst geben?
Übung: Journal-Prompt für die nächsten 7 Tage
Nimm dir jeden Abend 10 Minuten Zeit. Schreib auf:
- Eine Situation heute, in der ich mich als Opfer gefühlt habe
- Meine unbewusste Erwartung in dieser Situation
- Mein Anteil an der Situation
- Was ich das nächste Mal anders machen kann
Diese Übung ist simpel, aber sie wird dein Leben verändern – wenn du sie wirklich machst.

Warum Eigenverantwortung sich schlechter verkauft als Retter-Versprechen
Kommen wir zur unbequemen Wahrheit über den Coaching-Markt.
Menschen kaufen gerne, wenn jemand verspricht, sie zu retten. „Ich heile dich.“ „Ich löse deine Blockaden auf.“ „Nach meinem Programm ist alles anders.“ Diese Versprechen verkaufen sich wie warme Semmeln.
Eigenverantwortung? Die verkauft sich schlechter. Viel schlechter, weil sie der unangenehmere, schmerzhaftere Weg ist. Weil sie bedeutet, dass du selbst die Arbeit machen musst. Weil sie keine schnelle Lösung verspricht, sondern einen Prozess.
Aber – und das ist das Entscheidende – nur Eigenverantwortung führt in die echte, absolute Erfüllung. Nur sie befreit dich von Abhängigkeiten. Nur sie bringt dich in deine wahre Schöpferkraft.
Retter-Marketing hält dich klein. Es hält dich in der Bedürftigkeit. Es verkauft dir die Illusion, dass jemand anderes dich glücklich machen kann und wenn das Programm vorbei ist, brauchst du das nächste. Und das übernächste.
Eigenverantwortung macht dich frei. Sie zeigt dir, dass du selbst die Lösung bist. Dass du selbst die Kohärenz wiederherstellen kannst. Dass du niemanden im Außen brauchst, um heil zu sein.
Ich weiß, dass dieser Ansatz nicht sexy ist. Ich weiß, dass „Du musst selbst die Arbeit machen“ nicht so verlockend klingt wie „Ich heile dich in 3 Sitzungen.“ Aber ich werde dir nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Und ich werde dich nicht in eine Abhängigkeit führen, aus der du dann noch schwerer rauskommst.
Mein Ziel ist, dass du mich irgendwann nicht mehr brauchst. Dass du selbst die Wegbegleiterin deines Lebens wirst.
Meditation: Zurück zu deiner inneren Quelle
Jetzt wird es Zeit, das Gelesene zu integrieren. Diese Meditation hilft dir, die Verbindung zu deinem wahren Selbst wiederherzustellen. Weg vom Funktionsmodus, zurück zu deinem Kern.
Diese Meditation ist ideal für dich, wenn du spürst, dass du dich selbst verloren hast. Wenn du merkst, dass du im Außen nach Erfüllung suchst, die nur in dir selbst liegen kann. Wenn du bereit bist, die Verantwortung für dein Leben zurückzunehmen.
Nimm dir jetzt 20 Minuten Zeit. Mach es dir bequem. Und lass dich führen.
Lass uns persönlich werden
Du hast bis hierhin gelesen – das bedeutet mir viel. Wirklich.
Deshalb möchte ich dir noch etwas Persönliches mitgeben.
Zusammenfassung: Deine 5 wichtigsten Erkenntnisse
Lass uns kurz rekapitulieren, was du heute gelernt hast:
1. Es gibt keinen Retter im Außen – die Rettung bist du selbst
Niemand kann dich retten. Kein Coach, kein Partner, keine beste Freundin. Die Außenwelt ist ein Spiegel deiner Innenwelt. Die Veränderung muss in dir geschehen.
2. Bedürftigkeit entsteht durch unbewusste Erwartungen an andere
Wenn du erwartest, dass andere deine Bedürfnisse erfüllen, wirst du bedürftig. Menschen spüren das und gehen auf Abstand. Der Weg raus: Eigenverantwortung.
3. Enttäuschung zeigt dir deine eigene Täuschung
Ent-Täuschung bedeutet, dass die Täuschung weggenommen wurde. Nicht der andere enttäuscht dich – du hast dich selbst getäuscht. Das ist eine Chance zur Erkenntnis.
4. Eigenverantwortung = Kohärenzwiederherstellungskompetenz
Gerald Hüther zeigt: Das Leben geht nicht darum, keine Probleme zu haben. Es geht darum, jemand zu werden, der immer in der Lage ist, Lösungen zu finden. „Danke, Problem, dass du gekommen bist – auch mit dir werde ich jetzt fertig.“
5. Probleme sind nicht das Problem – sie sind deine Trainingspartner
Du brauchst Probleme, um zu wachsen. Du brauchst Krisen, um deine Lösungskompetenz zu entwickeln. Retter-Mentalität raubt dir diese Wachstumschancen.
Du hast heute etwas Wichtiges verstanden: Du bist mächtiger, als du denkst. Du brauchst niemanden, der dich rettet. Du trägst alles in dir, was du brauchst.
Jetzt geht es nur noch darum, diese Kraft in dir zu aktivieren.
Dein nächster Schritt: Die kostenlose Vortragsreihe „Der Ruf deiner Seele“
Du bist nicht allein auf diesem Weg. Als Wegbegleiterin der Zeitenwende unterstütze ich täglich Frauen dabei, aus dem Funktionsmodus in ihre wahre Schöpferkraft zu finden.
Wenn du bereit bist, deine Seelenaufgabe endlich zu leben und den Ruf deiner Seele zu hören, dann lade ich dich herzlich zu meiner kostenlosen Vortragsreihe ein: „Der Ruf deiner Seele: Finde deinen Platz im Leben und deine Bestimmung“
In dieser Vortragsreihe erfährst du:
- ✨ Warum du bisher im Funktionsmodus feststeckst und wie du ausbrechen kannst
- ✨ Wie du deine wahre Seelenaufgabe erkennst (ohne esoterischen Quatsch)
- ✨ Den konkreten Weg in deine Schöpferkraft – mit wissenschaftlicher Fundierung
- ✨ Warum Eigenverantwortung der einzige Weg in echte Freiheit ist
Nächster Termin: 19.01.2026 um 10 Uhr oder um 20 Uhr.
Es ist Zeit für dein wahres Leben. Nicht irgendwann. Jetzt.
❓ Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Eigenverantwortung wirklich?
Eigenverantwortung bedeutet nicht „Ich bin an allem schuld“, sondern „Ich schaue zuerst bei mir – wo ist mein Anteil?“ Es ist der Shift von Opfer zu Schöpfer: Nicht „Was sollen die anderen tun?“, sondern „Was kann ich tun?“
Warum fühle ich mich einsam, obwohl ich Bedürfnisse habe?
Bedürftigkeit bedeutet, dass du unbewusst von anderen erwartest, deine Bedürfnisse zu erfüllen. Menschen spüren diese Erwartungshaltung instinktiv und gehen auf Abstand – nicht aus Gemeinheit, sondern aus Selbstschutz.
Was ist das Kohärenz-Prinzip nach Gerald Hüther?
Das Kohärenz-Prinzip besagt, dass dein Gehirn nach einem Zustand strebt, in dem alles zusammenpasst. Inkohärenz (wenn etwas nicht passt) kostet Energie. Die Fähigkeit, Kohärenz wiederherzustellen, ist der Schlüssel zu echter Resilienz und Lebensfreude.
Deine Gedanken: Welche Erwartung hast du heute losgelassen?
Dieser Artikel hat hoffentlich etwas in dir bewegt. Vielleicht hast du eine unbewusste Erwartung erkannt. Vielleicht siehst du jetzt klarer, wo du noch nach Rettern im Außen suchst.
Schreib es in die Kommentare: Welche Erwartung hast du heute losgelassen? Wo nimmst du deine Macht zurück? Deine Erkenntnis kann andere inspirieren – und erinnert dich selbst daran, was du heute gelernt hast.
Ich freue mich auf deine Gedanken. 💛
Madlen
Über Madlen Maxin
Madlen Maxin ist Wegbegleiterin der Zeitenwende und unterstützt Frauen dabei, aus dem Funktionsmodus in ihre wahre Schöpferkraft zu finden. Nach ihrer eigenen Transformation vom Finanzamt zur spirituellen Begleitung hat sie viele Frauen auf ihrem Weg begleitet. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Fundierung mit spirituellem Tiefgang.